Simon Beckett - Die Chemie des Todes - David Hunter 1. Fall

  • Autor: Beckett, Simon
    Titel: Die Chemie des Todes
    Originaltitel: The chemistry of death
    Verlag: Rowohlt
    Erscheinungstermin: 2007
    ISBN 10: 3499241978
    ISBN 13: 978-3499241970
    TB: 432 Seiten


    Zum Inhalt:
    David Hunter war Englands berühmtester Rechtsmediziner. Aber er hat seinen Beruf aufgegeben und sich inkognito nach Devonshire in ein kleines Dorf zurückgezogen. Dort arbeitet er seit ein paar Jahren als Assistent des Arztes, als sein friedliches Landleben ein jähes Ende findet. Spielende Kinder entdecken eine mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffierte Frauenleiche. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin im Dorf. Da sie mit David befreundet war, ist er, der schweigsame Fremde, einer der ersten Verdächtigen. Doch dann findet die Polizei heraus, was David früher war, und so muss die Ex-Koryphäe der überforderten Provinz-Gerichtsmedizin helfen. Gerade als sich anhand seiner Analysen herausstellt, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt, um sie noch lebend zu finden. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knochiger Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten.
    (Klappentext des Romans (HC-Version) )


    Meine Meinung:
    Schon seit einiger Zeit war ich ziemlich neugierig auf die Romane von Beckett und nach einigen durchaus positiven Bewertungen habe ich mir nun auch den 1. Fall der Reihe um David Hunter als TB zugelegt.
    Allerdings musste ich leider für mich persönlich feststellen, dass sich bei diesem Autoren "die Geister wohl scheiden" und ich gehöre eindeutig der Fraktion an, die mit Becketts Romanen nicht sehr viel anfangen kann. Mir waren die Mordfälle zu sehr Randerscheinung und die Forensik zu sehr im Vordergrund. Zu viele wissenschaftliche Aspekte machten für mich das Lesen doch sehr langatmig und auch die Handlung an sich fand ich sehr eintönig und ab einem gewissen Zeitpunkt auch ziemlich vorhersehbar, so dass mir dann jegliche Lust am weiterlesen schon vergangen ist.
    Für mich zog sich dieser Roman einfach wie "Kleister" und ich war knapp davor ihn abzubrechen. Ich denke, dass Beckett wieder einer der Autoren ist, die man entweder spitzenmäßig gut oder grottenschlecht findet. Leider gehöre ich zu letzteren und werde mir wahrscheinlich keinen seiner Romane mehr zulegen.

    "Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."

    Johann Wolfgang von Goethe


  • Verlag: Audiobuch Verlag
    Sprecher: Johannes Steck
    ISBN 10: 3899641965
    ISBN 13: 978-3899641967
    Hörbuch: 6 CDs / 456 Minuten


    Zum Sprecher:
    Johannes Steck (geb. 1966) ist als Schauspieler aus dem Fernsehen (In aller Freundschaft) bekannt. In den letzten Jahren hat er zunehmend auch als Sprecher bei Lesungen brilliert. Für den AUDIOBUCH Verlag hat Steck u.a. die Thriller der spanischen Bestsellerautorin Julia Navarro (Die stumme Bruderschaft und Die Bibel-Verschwörung) aufgenommen.


    Meine Meinung:
    "Die Chemie des Todes" ist ein Thriller, der seine Spannung rasch aufbaut. Details über die Morde und den Zustand der Leichen sind allerdings nichts für zartbesaitete Leser/Hörer.


    Da die Geschichte in einem kleinen englischen Dorf spielt, ist rasch klar, dass der Mörder auch hier zu suchen ist. Simon Beckett hat es aber geschickt verstanden falsche Fährten zu legen und es ist mir nicht gelungen, den Täter zu "entlarven".
    Der Schluss war dann auch eine Überraschung für mich, allerdings fand ich ihn ziemlich in die Länge gezogen, was aber daran liegen kann, dass ich mich der Geschwindigkeit des Sprechers anpassen musste. Beim Hörbuch kann man nun mal nicht schneller hören, die CD läuft immer mit der gleichen Geschwindigkeit.


    Der Sprecher hat das Hörbuch ziemlich gut vorgelesen, nur manchmal kam es mir so vor, als ob er die verschiedenen Protagonisten verwechselt hat, bzw. der Übergang von einer Stimme zur anderen hat nicht immer gepasst.


    Fazit: Ein sehr guter Thriller und ein relativ gut vorgetragenes (gekürztes) Hörbuch.

  • Meine Rezi:
    Dieses Buch ist mein erstes der Art, in der die Ermittlungsmethode aus Sicht eines forensischen Anthropologen stattfindet. Bis dato kannte ich diese Methode nur aus Fernsehserien wie "CSI - den Tätern auf der Spur" oder "Bones".
    Es war mal was ganz anderes und ich muss sagen, es gefällt mir!
    Dadurch erinnerte mich Dr. Hunter aber wahnsinnig an Grissom von CSI, für den ich etwas schwärme *g*
    Ich kann zwar mit Insekten nichts anfangen, aber ich finde das Wissen darüber, wenn sie Leichen untersuchen, irgendwie sexy ^^


    Auch die Art, wie Dr. Hunter immer wieder erzählt, das er gewisse Situationen in kommender Zukunft bereuen wird, oder das sich demnächst etwas ändert, anhand seiner Entscheidungen, kannte ich bis dato noch nicht. Es ist aber interessant und so wird man auch immer neugieriger, was diese Aussagen denn nun zu bedeuten haben.
    Auch das Privatleben von Dr. Hunter kommt immer wieder vor und die "Beziehung" zu Jenny ist nett beschrieben. Ich zumindest konnte richtig merken, dass Hunters Geist was anderes will als seine Sprache oder sein Köper *g*


    Zum ersten Mal, dass ich ein Buch in der Ichform eines Mannes lesen durfte. Wobei man da gleich mitbekommt, dass Männer tatsächlich viel weniger emotional sind als Frauen. Zumindest wirkte das hier in diesem Fall so auf mich.
    Trotz der kurz gewöhnungsbedürftigen Ichform aus Sicht eines Mannes, lässt sich das Buch flüssig lesen.


    Sehr wenige Male wird aus der Sicht des Opfers geschrieben. Allerdings erfährt man dadurch nichts von dem Täter.
    Den Protagonisten selbst darf man sich vorstellen, wie man möchte. Er wird vom Aussehen nicht beschrieben und mit seinen Charaktereigenschaften hält er ebenfalls hinter dem Berg. Ansonsten erfährt man im Laufe des Buches, wieso er da ist, wo er gelandet ist und was es damit auf sich hat.


    Schon am Anfang darf man gleich in seine "Arbeit" mit einsteigen und so ist man gleich im Geschehen dabei. Langsam, aber stetig baut sich eine Spannung auf, die am Ende zu einem richtigen Höhepunkt kommt.


    Mit was ich etwas Probleme hatte, war der Wechsel zwischen zwei Standorten, die von einem Satz auf den nächsten wechselten, ohne Vorankündigung. Das war etwas gewöhnungsbedürftig.


    Fazit:
    Eine neue Erfahrung und ich werde diesem Doktor treu bleiben. Somit gibt es 4 von 5 Sternen, mit steigender Tendenz.

  • "Die Chemie des Todes" ist der erste Teil der Thriller-Reihe von Simon Beckett und hier lernt man den forensischen Anthropologen David Hunter erst einmal kennen. Ein Rechtsmediziner, der sich auf seinem Gebiet bestens auskennt und mit Hilfe von Fliegen und Larven den Todeszeitpunkt eines Menschen ziemlich genau bestimmen kann. Ähnlich wie in Kathy Reichs Büchern (Tempe Brennan ist ja auch forensische Anthropologin) erfährt man hier interessante wissenschaftliche Fakten, aber es wird nie zu viel oder zu theoretisch. Auch die Fachbegriffe halten sich in Grenzen. Alles ist in einem guten Gleichgewicht zum Krimianteil und die Geschichte ist spannend und flüssig erzählt. Es gibt auch emotionale Momente, aber es wird nie zu "gefühlsduselig".

    Simon Beckett schreibt sehr anschaulich und bildhaft und beschreibt das Leben in einem so kleinen englischen Dorf sehr treffend, denn so stellt man es sich vor. Und irgendwie liegt über dem Ganzen immer eine leicht düstere und bedrückende Atmosphäre, was sehr gut zu den Ereignissen passt.

    Irgendwann hatte ich einen Verdacht, was den Täter betraf, aber dann dachte ich, dass das ja eigentlich nicht sein kann. ;-) Am Ende war ich jedenfalls teilweise sehr überrascht.