Sam Hayes - Stumm

  • Autorin: Hayes, Sam
    Titel: Stumm
    Originaltitel: Unspoken
    Erschienen: 1. März 2010
    Verlag: Ullstein Tb
    ISBN10: 3548280382
    ISBN13: 978-3548280387
    Seitenanzahl: 400


    Zum Inhalt:
    Julias Leben ist in Aufruhr. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, ihre Mutter ist erkrankt und spricht seit Tagen kein einziges Wort. Nur die Liebe zu David, dem freundlichen Arzt ihrer Mutter, gibt Julia Kraft. Da findet sie am Straßenrand ein tödlich verletztes Mädchen, die Spuren am Tatort weisen auf David hin. Julia kann das nicht glauben entgegen allen Beweisen besteht sie auf Davids Unschuld.


    Meine Meinung:
    Um den fünften Stern zu vergeben, fehlt mir das gewisse Etwas. Aber ohne Frage hat Sam Hayes einen spannenden und lesenswerten Psychothriller geschrieben. Allerdings hätte ein überarbeiteter Feinschliff dem Roman ganz gut getan. Vor allen Dingen, was die Firguren angeht. Julia und Murray, die eigentlich getrennte Wegen gehen, scheinen beide nicht so recht zu wissen, was sie eigentlich wollen. Murray kam mir die ganze Zeit vor, wie ein absoluter Waschlappen. Anstatt die Dinge mal anzupacken, jammert er nur rum und bemitleidet sich selber. Bei Mary, Julias Mutter habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum teilt sie sich nicht schriftlich mit, wenn sie verstummt ist.
    Ein paar erklärende Worte wären nicht schlecht gewesen.


    Nichts desto Trotz war die psychologische Seite des Romans so gut verpackt, dass es mir unmöglich war, das Buch zur Seite zu legen. Interessant war auf jeden Fall die Erzählweise aus der Sicht der drei Haupfiguren Julia, Murray und Mary. So wird dem Leser immer nur häppchenweise verraten, was zur Auflösung des Ganzen nötig ist. Und dabei wird der Leser auch das ein oder andere Mal in die Irre geführt.


    Das Ende hat mich schon etwas überrascht. Aber das macht ein gutes Buch ja unter anderem auch aus. Die Leser von Thrillern sollten sich allerdings gleich klarmachen, dass ein Psychsothriller nicht zwangsläufig blutig und brutal sein muss. Sie bauen auf die psychischen Ängste und weniger auf blutiges Gemetzel auf.
    Wer das berücksichtigt, ist mit diesem Psychothriller auf der sicheren Seite.
    Wenn ich halbe Sterne vergeben könnte, würde das Buch von mir 4,5 anstatt 4 Sterne bekommen.

  • Oh je, da unterscheidet sich aber meine Meinung wieder mal gänzlich :pardon:


    Klappentext:
    Die Lehrerin Julia Marshall will ein neues Leben beginnen.Ihren Ehemann Murray, den sie seit ihrer Jugend kennt und mit dem sie zwei Kinder hat, hat sie vor kurzem
    wegen seines Alkoholismus vor die Tür gesetzt, ihre neue Liebe ist David, der freundliche, zuverlässige Arzt ihrer Mutter. Er verspricht ihr Sicherheit und Halt für die Zukunft. Julias Mutter Mary sagt seit einiger Zeit kein Wort mehr. David kümmert sich
    rührend um sie und versucht, den Grund für das Schweigen herauszufinden. Da entdeckt Julia bei einem Spaziergang ihre Schülerin Grace nackt und schwer verletzt im Straßengraben. Das Mädchen kann nichts über ihren Angreifer sagen, es fällt ins Koma und stirbt einige Zeit später. Die Polizei findet nur wenige Spuren, aber alle Indizien weisen darauf hin, dass David der Täter sein muss. Als David verhaftet wird, ist Julia entsetzt. Sie kann nicht glauben, dass ihr so rücksichtsvoller Geliebter einen Mord begangen haben soll. Mit allen Mitteln will sie um ihr Glück kämpfen und
    Davids Unschuld beweisen. Sie ahnt nicht, dass sie damit ihre Familie in tödliche Gefahr bringt.


    Meine Meinung:
    Eigentlich habe ich mir dieses Buch zugelegt, weil es mir als "Psychothriller" angepriesen wurde und mir vergünstigt als "Mängelexemplar" auf einem
    Wühltisch in die Finger fiel.
    Doch hier hat sich mMn wohl der Verlag, als auch die Autorin ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt mit der Genreeinteilung.


    "Stumm" wird kapitelweise aus der Sicht dreier Protagonisten, nämlich aus der Perspektive Julias, deren Mann Murray und Julias Mutter Mary erzählt.
    So wechseln in diesen Erzählungen auch Vergangenes und Gegenwärtiges, was teilweise ein wenig verwirrend auf mich gewirkt hat.


    Die Geschichte beginnt in Marys Jugend, in der sie mit ihrer vergeblichen Sehnsucht, studieren und einen "ordentlichen" Beruf ergreifen zu wollen und ihrer von vornherein zum Scheitern verurteilten Liebe zu dem aufstrebenden Medizinstudenten David zurecht kommen muss. David stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und er lebt ein so ganz anderes Leben als Mary, die sich als Bedienung mehr schlecht als recht durch ihr Dasein kämpfen muss.


    Hier beginnt nun also die Geschichte von "Stumm" und das eigentliche Drama, dass sich bis in die Gegenwart zieht und damit auch Marys Tochter Julia und deren Familie in ihren Fängen wähnt.


    Drama, ja das trifft es wohl eher, was die Story hinter "Stumm" angeht. Wer einen
    Psychothriller erwartet, so wie es eigentlich die Buchstaben auf dem Cover versprechen, der wird herbe enttäuscht.


    Ich habe das Buch zwar zu Ende gelesen, aber eher mühsam, als wirklich interessiert.
    Die Story war zwar nicht wirklich fesselnd, aber dennoch reizte es mich irgendwie, das Ende und die hoffentlich damit verbundenen Auflösung einer Art Geheimnis zu
    erlangen. Ein zweites Mal werde ich jedoch definitiv nicht zu einem Buch dieser Autorin greifen.


    Wie sich Verlag und Autorin so extrem im Genre vertun können, blieb mir bis zuletzt leider das größte Rätsel.


    2 mageren Sternchen von maximal 5 auf meiner persönlichen Bewertungsskala für "Stumm", da ich es immerhin schaffte, bis zum Ende durchzuhalten und weil die
    Handlung etwas undurchschaubares an sich hatte. Außerdem fand ich die Figuren recht gut gelungen.


    :**:

    "Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."

    Johann Wolfgang von Goethe