[Belletristik] John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama

  • Autor: Boyne, John
    Titel: Der Junge im gestreiften Pyjama
    Originaltitel: The Boy in the Striped Pyjamas
    Verlag: Fischer
    Erschienen: 2007
    ISBN 10: 3596806836
    ISBN 13: 978-3596806836
    Seiten: 269


    Inhaltsangabe:
    Der neunjährige Bruno weiß nichts von der Endlösung oder dem Holocaust. Er ist unberührt von den entsetzlichen Grausamkeiten, die sein Land dem europäischen Volk zufügt. Er weiß nur, dass man ihn von seinem gemütlichen Zuhause in Berlin in ein Haus verpflanzt hat, das in einer öden Gegend liegt, in der er nichts unternehmen kann und keiner mit ihm spielt. Bis er Schmuel kennenlernt, einen Jungen, der ein seltsam ähnliches Dasein auf der anderen Seite des angrenzenden Drahtzauns fristet und der, wie alle Menschen dort, einen gestreiften Pyjama trägt. Durch die Freundschaft mit Schmuel werden Bruno, dem unschuldigen Jungen, mit der Zeit die Augen geöffnet. Und während er erforscht, wovon er unwissentlich ein Teil ist, gerät er unvermeidlich in die Fänge des schrecklichen Geschehens.


    Meine Meinung:
    Auf dieses Buch wurde ich durch verschiede Rezensionen aufmerksam.


    Ich habe es an einem Tag gelesen, als ich die letzte Seite umschlug, war ich froh das Es zu Ende war, aber auch erschüttert.


    Bruno neun Jahre alt, zieht mit seiner Familie von Berlin nach Auschwitz. Es ist die Zeit des Zweiten Weltkriegs und Bruno weiß nichts von den Gräueltaten der Deutschen. Auch seine zwölfjährige Schwester scheint nichts Genaues zu wissen. Sie meinte nur, dass die Deutschen die Juden nicht mögen, dass man sie deshalb hinter dem großen Zaun zusammenhalten müsse.


    Die Altersangabe für dieses Jugendbuch, 12 bis 15 Jahre, finde ich gerechtfertigt. Einem jüngeren Kind den Holocaust begreiflich zu erklären, scheint in meinen Augen schwierig zu sein.


    Die Worte für Führer und Auschwitz sind verfremdet worden, aber nicht soweit, als das Es nicht zu erkennen wäre beim Lesen.


    Das Ende dieser Geschichte hat mich erschüttert, bis zum Ende blieb Bruno sehr blauäugig, auch wenn er schon 10 Jahre alt war zu dieser Zeit.


    John Boyne hat sich an ein heikles Thema herangewagt, aber er hat es in meinen Augen sehr gut verstanden, es jugendgerecht zu beschreiben.
    Über die paar Wiederholungen sehe ich hinweg.


    Ich gebe diesem Werk vier von fünf Sternen.

  • Autor: Boyne, John
    Titel: Der Junge im gestreiften Pyjama
    Originaltitel: The boy in the striped pyjamas
    Verlag: Argon
    Erschienen: 2009
    ISBN 10: 3866108303
    ISBN 13: 978-3866108301
    4 CDs - 313 Minuten
    gelesen von Ulrich Matthes


    Klappentext:
    Berlin 1942: Als Bruno eines Tages nach Hause kommt, werden gerade alle seine Habseligkeiten in Kisten verpackt. Sein Vater wurde befördert, und die Familie muss umziehen, an einen weit entfernten Ort, wo es niemanden gibt, mit dem er spielen kann. Ein hoher Zaun trennt ihn von den seltsamen Menschen in gestreiften Anzügen in der Ferne. Doch dann trifft Bruno einen Jungen, dessen Lebensumstände ganz anders als seine eigenen sind. Die beiden Jungen freunden sich an - und das hat Folgen.


    Meine Meinung:
    Ach, was ist Bruno traurig und zornig, als er mit seiner Familie aus Berlin wegziehen muss. Nach "Aus-Wisch", da sollen sie hin. Und das nur, weil sein Vater vom "Furor" zum Kommandanten befördert worden ist.


    Und wie enttäuscht ist er erst, als er das neue Haus und die Umgebung sieht. Alles ist so hässlich und es gibt keine anderen Kinder zum Spielen, nur seine 3 Jahre ältere Schwester - aber die ist "ein hoffnungsloser Fall" - und die Jungen auf der anderen Seite des Zaunes, die Jemande mit den gestreiften Anzügen ...


    Doch er muss sich von seinem Vater belehren lassen:

    Zitat

    "... das sind eigentlich gar keine Menschen, Bruno."


    Bruno runzelte die Stirn. "Nein?", fragte er und war nicht sicher, was Vater damit meinte.


    "Naja, jedenfalls nicht in dem Sinn, wie wir den Begriff verstehen.", fuhr Vater fort. "Aber über die solltest du dir wirklich keine Sorgen machen. Sie haben nichts mit dir zu tun. Du hast absolut nichts mit ihnen gemein."


    "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist eine Geschichte, die unter die Haut geht. Sie hat mich traurig gemacht und wütend, so wütend ... Wir wissen, dass es den 2. Weltkrieg, die Nazis und die Judenvernichtung gab, aber wenn man diese Mentalität dann so vor Augen geführt bekommt, dann kann man eigentlich nur fuchsteufelswild werden.


    Das Ganze dann auch noch aus der Sicht eines naiven kleinen Jungen, der überhaupt nicht versteht, wieso zwischen ihm und seinem Freund ein Zaun ist, wieso die Jungen und Männer in Baracken wohnen, wieso sie alle so dünn und schmutzig sind. Und wieso darf er nicht auf die andere Seite des Zauns, um mit Schmuel zu spielen? Die gestreiften Pyjamas kann er sich ja noch irgendwie erklären, schließlich tragen sein Vater und die Soldaten auch Uniformen, aber die findet er viel hübscher.


    "Der Junge im gestreiften Pyjama - Eine Fabel" von John Boyne bekommt von mir die volle Punktzahl wegen der eindrucksvollen Erzählung.


    Es liest Ulrich Matthes mit einer ruhigen, ja fast schon melancholisch-traurigen Stimme die absolut passend ist. Und die Betonung der Gefühle kommt dabei auch nicht zu kurz, wobei hier Enttäuschung, Freudlosigkeit und Tristesse vorherrschen. Freude und Liebe gibt es kaum ...


    Zähneknirschende, beklemmende 5 Stunden und 13 Minuten sind schnell rum, doch "Der Junge im gestreiften Pyjama" lässt einen nicht so schnell wieder los ...



    Ebook für 7,49 Euro