[Krimi/Thriller] Jay Asher - Tote Mädchen lügen nicht

  • Autor: Asher, Jay
    Titel: Tote Mädchen lügen nicht
    Originaltitel: Thirteen reasons why
    Verlag: cbt
    Erschienen: 2009
    ISBN 10: 3570160203
    ISBN 13: 978-3570160206
    Seitenzahl: 283


    Taschenbuch:


    Ebook


    Klappentext:
    13 Kassetten befinden sich in dem Päckchen, das Clay eines Tages erhält. Sie sind nummeriert, ansonsten jedoch unbeschriftet. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf 'Play' - und hört die Stimme seiner ehemaligen Mitschülerin Hannah Baker. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Die Kassetten hat Hannah vor ihrem Tod bespielt und sie an 13 Personen geschickt, die in irgendeiner Weise Anteil an ihrem Selbstmord hatten. Clay ist einer davon ...


    Mit Hannahs Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Denn erstmals erfährt er, was wirklich geschehen ist, erstmals wird ihm die verhängnisvolle Kette von Ereignissen bewusst, die Hannah am Ende wie eine Lawine überrollten. Doch was war seine Rolle dabei? Was hat er sich zuschulden kommen lassen?


    Meine Meinung:
    'Tote Mädchen lügen nicht' ist eine traurige Geschichte, der chronologische Bericht der Erlebnisse, die Hannah zum Selbstmord getrieben haben.


    Für Clay stellt sich die Frage, wieso er nichts bemerkt und nichts unternommen hat ... hätte er überhaupt etwas ausrichten können? Jetzt bleibt ihm nichts anderes mehr übrig, als die Kassetten zu hören und zu versuchen mit Hannahs Tod fertigzuwerden. Er erfährt allerdings auch einige unschöne Sachen über seine Mitschüler. Und er geht beim Hören der Kassetten durch die Hölle.


    Es ist erschreckend, wie an sich kleine Begebenheiten, Streiche, Dummheiten usw Hannah zum Stolpern bringen, wie jedes Mal, wenn sie glaubt, sie hätte wieder Fuss gefasst, etwas passiert, bis sie am Ende am Boden liegt und nicht mehr aufstehen kann. Das Schlimmste ist für mich allerdings, dass die Erwachsenen nicht reagieren, dass sie nicht mal den Hauch einer Ahnung hatten, dass Hannah keinen Ausweg mehr sah.


    Dieses Jugendbuch ist das Debüt von Jay Asher, und man darf eigentlich gespannt sein, was von diesem Autor noch kommen wird.


    Mir ist es auf jeden Fall gute **** wert.


    PS: Es sind übrigens nur sieben Kassetten, aber dreizehn bespielte Seiten.

  • Hier meine 13 Gründe warum ich dieses Buch überhaupt nicht mochte.

    1. Das Buch wechselt ständig zwischen der Sicht von Clay und den Audioaufzeichnungen von Hannah, was bei mir zu ständiger Verwirrung geführt hat wessen Gedanken ich da gerade lausche.
    2. Die beiden Hauptcharaktere weisen kaum Tiefe auf.
    3. Die Nebencharaktere sind bis auf die Namen fast alle austauschbar.
    4. Clay Jensen spielt überhaupt keine große Rolle. Ich weiß wirklich nicht warum er im Buch auftaucht, geschweige denn eine zentrale Rolle hat.
    5. Eine nervige Überdramatisierung in fast allen Sätzen.
    6. Das Thema Suizid wird nicht mit genug Tiefe und Vorsicht behandelt.
    7. Überhaupt keine Sympathie für das "Opfer". Eher das Gegenteil.
    8. Nicht der geringste Hauch von Selbstkritik bei Hannah, zu viel davon bei Clay.
    9. Die Heuchelei die über dem Plot hängt. Da werden reichlich Gründe aufgezählt, warum sich alle Taten auch auf andere auswirken, von einer Person die sich das Leben genommen hat.
    10. Da wird jemand auf die Liste gesetzt, für etwas das bestimmt nicht nett war aber auch nicht das Ende der Welt, obwohl das was ihr von Hannah angetan wurde überhaupt nicht zu entschuldigen ist.
    11. Der Originaltitel. Denn Gründe habe ich in diesem Buch keinen einzigen gefunden.
    12. Der deutsche Titel. "Tote Mädchen übertreiben gerne" hätte es besser getroffen.
    13. Da hat der Autor an sich eine gute Idee. Man möchte ja schon wissen wie die Liste weitergeht und vor allem warum Clay darauf ist. Und dann verpufft das ganze einfach so im Wind.

    We find little in a book but what we put there. But in great books, the mind finds room to put many things. (Joseph Joubert 1754-1824)