Stephen King und Peter Straub - Das schwarze Haus

  • Autoren: King, Stephen und Straub, Peter
    Titel: Das schwarze Haus
    Originaltitel: Black house
    Verlag: Heyne
    Erschienen: 2002
    ISBN 10: 345387370X
    ISBN 13: 978-3453873704
    Seitenzahl: 832


    Klappentext:
    In dem kleinen Ort French Landing, inmitten der weiten Wälder von Wisconsin, verschwinden Kinder. Einige von ihnen werden ermordet und auf grauenvolle Weise verstümmelt aufgefunden. Die Morde scheinen das Werk eines Serienkillers zu sein, den die Medien bald den 'Fisherman' nennen. Der Polizeichef des Bezirks bittet seinen Freund Jack Sawyer um Hilfe bei den Ermittlungen. Dabei ahnt er nicht, dass Jack seit geraumer Zeit von unheimlichen Wachträumen heimgesucht wird, die offenbar mit den Morden in Zusammenhang stehen.
    Die Vergangenheit hat Jack Sawyer eingeholt: Seit er vor fast zwanzig Jahren in jener anderen Welt war, steht er mit magischen Kräften in Verbindung. Der irdische Zugang zu dieser Parallelwelt ist ein düsteres Haus am Ortsrand, das von oben bis unten schwarz gestrichen ist. Um den 'Fisherman' zu besiegen, muss Jack dort gegen eine Macht kämpfen, die das Universum in Gefahr bringen könnte.


    Meine Meinung:
    'Genau hier und jetzt' so fängt es an. Und damit wird auch gleich die Brücke zwischen 'Das schwarze Haus' und 'Der Talisman' geschlagen. Wir überfliegen Coulee County, lernen die Landschaft und einige Bewohner von French Landing kennen. Wir können uns einen Überblick verschaffen, ein wenig Atmosphäre schnuppern. Was sofort auffällt, ist

    Zitat

    diese seltsame Atmosphäre des Traumhaften und leicht Unnatürlichen


    Es wird dann auch noch darauf hingewisen, dass Grenzgebiete einen

    Zitat

    Anflug von Ungebärdigkeit und Verzerrung

    an sich haben.

    Zitat

    Das Groteske, das Unberechenbare und die Gesetzlosen schlagen Wurzeln und gedeihen dort. Charakteristisch für Grenzgebiete sind vor allem die Verwerfungen.


    Ich war also vorgewarnt. Mir war bewusst, dass in French Landing jemand/etwas ganz Böses sein Unwesen treibt. Was dann passiert, wie Jack Sawyer die Thunder Five kennenlernt, wie der Radiomoderator und Jacks bester Freund in die Geschichte passt, was im Altenheim in Maxton vor sich geht, uvm, das ergibt die Geschichte um 'Das schwarze Haus'. Wer alles Vorahnungen hat, wer hellsichtig ist, ebenso.


    Schnell wird auch klar, dass es einen Bezug zum Turm-Zyklus gibt (gut, dass ich den schon gelesen habe) so sind mir die Brecher und der Scharlachrote König ein Begriff.


    Was mir besonders gut gefallen hat, ist die ungewöhnliche Art die Geschichte teilweise sozusagen aus der Vogelperspektive zu erzählen. Sie beginnt nicht nur mit einem Überflug über das County, zwischendurch bekommt man auf diese - mMn grandiose - Weise immer wieder eine andere Perspektive gezeigt. Obwohl man sich dadurch räumlich vom Geschehen entfernt, wird das Große Ganze erhellt.

    Zitat

    Aber es sind momentan keine gewöhnlichen Zeiten in French Landing, es sind die verwirrenden Verwerfungszeiten, die Abbalah-Opopanax-Zeiten.


    'Das schwarze Haus' von Stephen King und Peter Straub - mal nicht als Hörbuch, sondern selbst gelesen -, hat mich absolut gebannt. Und zwar von Anfang an. Ein wenig traurig war ich, dass Jack alle Erinnerungen an sein 1. Abenteuer unterdrückt hat und er daher erst mal sehr unbedarft und schwach rüberkommt. Doch das legt sich. Die gruselige Atmosphäre ist dagegen sofort spürbar, der unterschwellige Horror blieb nicht lange unterschwellig, sondern trat mir voll ins Gesicht.


    Von mir gibt es für diesen Roman die volle Punktzahl. Als Fortsetzung von 'Der Talisman' angepriesen, bin ich allerdings der Meinung, dass man diesen nicht unbedingt gelesen haben muss. Viel wichtiger scheint mir, dass man um den dunklen Turm Bescheid weiß ... optimal ist natürlich wenn man beide kennt :D



    Ich hab das E-Book gelesen, weil mir die Schrift im Taschenbuch zu mickrig war