Janet Ellis - The Butcher's Hook

  • Autor: Ellis, Janet

    Originaltitel: The Butcher's Hook

    Seitenzahl: 341

    Verlag: Two Roads

    Erscheinungsdatum: 2016

    ISBN: 9781473625112


    Inhalt:

    London im Sommer des Jahres 1763. Die 19jährige Anne aus betuchtem Hause, führt ein abgeschiedenes Leben im Haus ihrer Eltern. Von der Mutter, aufgrund ihrer neugeborenen Schwester, vernachlässigt und vom Vater, aufgrund ihres Geschlechts, ignoriert

    Als sie in der Küche ihres Hauses den jungen Schlachter Fub trifft, glaubt sie ihrer großen Liebe gegenüberzustehen. Mit einer Obsession die Ihresgleichen sucht, wirft sie sich in diese Romanze die, aufgrund der unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellung, zum Scheitern verurteilt ist. Ganz davon abgesehen, das ihr Vater sich bereits für einen Ehemann für seine Tochter entschieden hat.


    Anne, ausgestattet mit einem doch sehr fragwürdigen moralischen Kompass, ist aber nicht die Art von Person die ihr Schicksal von anderen bestimmen lässt. Und sie scheut auch nicht davor zurück sich ihre Hände blutig zu machen, um zu bekommen was sie möchte.


    Meinung:

    Zuerst sei gesagt, dass die Autorin sich bewusst für das Jahr 1763 entschieden hat, weil in diesem Jahr, historisch gesehen, einfach nichts passiert ist. Diese Geschichte konzentriert sich also ausschließlich auf fiktive Personen und Ereignisse


    "The Butcher's Hook" ist ein sehr morbides Werk, geschrieben aus der Sicht einer jungen Frau die nach Wissen und den ersten sexuellen Erfahrungen hungert. Beides Dinge die ihr die Gesellschaft im England des 18. Jh. verwehren möchte.

    Hier kommen wir auch schon zu den Themen im Buch die, abgesehen vom wunderschönen Schreibstil, am meisten Spaß gemacht haben. Endlich mal kein schüchternes Mäuschen, dass sich in ihr Schicksal fügt und ihr Leid still erträgt. Nicht schon wieder eine Heldin, die ein so großes Herz für andere hat, das man gar nicht anders kann als sie rundherum sympathisch zu finden.


    Mit solchen Mädchen hat Anne wirklich nichts zu tun. Sie dürstet geradezu nach Wissen. Hat keine Geduld für Menschen die ihr Dinge nicht erklären können. Sie fremdelt nicht mit ihrem eigenen Körper, und entdeckt ihre Sexualität ganz unbefangen. Und auch Liebe sieht sie eher nüchtern. Nach dem Tod ihres Bruders, sieht sie keinen Sinn darin ihre Liebe nochmals an jemanden zu verschwenden, der dann doch eher schnell sterben könnte. Und somit lässt sie ihre neugeborene Schwester einfach links liegen.


    Auch wenn die erste Hälfte des Buches sich ein wenig zieht, so empfand ich Anne als Charakter bis dahin aber sehr erfrischend. In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte dann Fahrt auf. Dafür fällt es einem zunehmend schwerer noch nette Seiten an der Protagonistin zu finden, die sich immer mehr in ihrer Obsession um den jungen Schlachter hineinsteigert.


    Janet Ellis schafft es durch ihre Sprache, ohne große Beschreibungen, die Straßen Londons im 18. Jh. zum Leben zu erwecken. Und wer kein Problem mit expliziert dargestellter Gewalt und Sexualität hat, und Hauptprotagonisten nicht unbedingt lieben muss um ein Buch zu genießen, der hat mit "The Butcher's Hook" ein tolles Erstlingswerk vor sich.

    Geliebt habe ich es allerdings nicht. Dafür zog sich mir die erste Hälfte zu sehr, und die Nebencharaktere bleiben zu flach.


    Ein Erscheinungsdatum für die deutsche Übersetzung habe ich bisher nicht gefunden.


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    We find little in a book but what we put there. But in great books, the mind finds room to put many things. (Joseph Joubert 1754-1824)

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