Bernhard Schlink - Olga

  • Autor: Schlink, Bernhard

    Titel: Olga

    Verlag: Diogenes

    Erschienen: 12. Januar 2018

    ISBN-10: 3257070152

    ISBN-13: 978-3257070156

    Seitenanzahl: 320




    Inhalt:


    Olga wächst im frühen 19. Jahrhundert bei ihrer Großmutter in Tilsit, Ostpreußen auf.


    Sie lebt in ärmlichen Verhältnissen und ihre Großmutter ist ihr nicht sehr wohlgesonnen. Olga lernt für ihr Leben gerne, ist wissbegierig und aufgeschlossen.


    Da sie als Mädchen nicht gefördert wird, bringt sie sich alles selber bei.



    Ihr bester Freund Herbert dagegen wächst sehr betucht auf.


    Olga verbringt ihre Kindheit mit Herbert und dessen Schwester Viktoria.


    Doch als Viktoria mit 17 aus einem Mädchenpensionat zurück kommt, fängt sie an, gegen Olga zu intrigieren, da diese nicht ihrer Gesellschaftsschicht angehört.


    Doch Herbert und Olga lieben sich.


    Olga wird Lehrerin und Herbert zieht es hinaus in die Welt. Doch immer wenn er zurück kommt, verbringt er die meiste Zeit mit Olga.


    Eigentlich soll er die Fabrik seines Vaters übernehmen, doch so lange seine Eltern Olga nicht anerkennen, ist er dem nicht gewillt.


    Kurz vor dem zweiten Weltkrieg trifft er eine folgenschwere Entscheidung.



    Das Buch ist in drei Teile eingeteilt.


    Der erste erzählt die Geschichte von Olga und Herbert.


    Der zweite Teil wird aus der Perspektive des Jungen Ferdinands (und später des Erwachsenen) erzählt, in dessen Familie Olga nach dem 2. Weltkrieg arbeitete und zu dem sie eine enge Beziehung entwickelte.


    Den dritten Teil kann ich Euch nicht nennen, um nicht zu Spoilern.



    Meine Meinung:


    Das Buch schildert ein ganzes Jahrhundert Menschheitsgeschichte und das ganz unauffällig nebenbei. Erzählt von der Kolonialzeit und dem deutschen Völkermord an den Hereros. Dabei ist Olga immer die politisch linke Stimme. Und es kann einem manchmal schon übel werden, wenn man liest, wie die Deutschen über die Hereros dachten.



    Dabei fand ich besonders beeindruckend, wie stark Olga war. Als sie keinen Förderer für die Oberschule fand, weil Mädchen schließlich eh heiraten und deswegen keine Ausbildung brauchen, brachte sie sich den ganzen Stoff selber bei, um schließlich aufs Lehrerseminar gehen zu können.


    Sie ließ Herbert seine Freiheit und drängte ihn nie.


    Im dritten Teil wird noch deutlicher, was sie in dieser Zeit geleistet hat.



    Kolonialzeit, zwei Weltkriege, Weimarer Republik, wo sie auch politisch aktiv war. Vertreibung aus Preußen, als die Russen kamen. Später erlebt sie durch Ferdinand,


    die Studentenrevolution in den 68ern.



    Leider hat mir ein bisschen die Tiefe gefehlt.


    Also unterm Strich ist es schon ein sehr interessanter Roman und ich habe ihn gerne gelesen, aber ich hätte mir doch gewünscht, dass ein bisschen mehr rüber kommt, wie Olga sich in den einzelnen politischen Stadien gefühlt hat. Der Teil, wie bitter es für sie z.B. in den Kriegen war, fällt fast ganz unter den Tisch.


    Oder bei dem Beispiel, dass sie Herbert nicht drängt, mit ihm zusammen zu ziehen. Man kann sich als Leser nur denken, dass sie sich das wünscht und das es für sie zur damaligen Zeit nicht einfach war, als Frau alleine zu Leben.



    Im dritten Teil fügt es sich ein bisschen zusammen.



    Mir selbst hat der zweite Teil mit Ferdinand am Besten gefallen, den Ferdinant erzählt auch viel von seinen Gefühlen.


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