Urheberrecht - Fallstricke

Rechtsprechung im Urherrecht
Rechtsprechung im Urheberrecht (erworbenes Stock-Foto)

Auf Webseiten angebotene "Share-Buttons" werden je nach Fall mehr oder weniger intensiv genutzt. Während wir hier zu einer Gruppe gehören, die eher selbst zu diesen Mitteln greifen, mich eingenommen, so gibt es doch viele Nutzer, die gerne Inhalte in den Netzwerken von Facebook, Google und Co teilen. Das ist so ja auch erwünscht.

Nutzer die interessante Beiträge auf dieser Seite finden und in der Welt verbreiten möchten: Gerne, nur zu; zu diesem Zweck sind die "Teilen-Knöpfe" unten auf den Beitragsseiten zu finde!

Natürlich, was wäre das ohne die berühmten Ausnahmen. Hierzu kann man sagen: "In der Regel ist das Teilen von Links auf Facebook und Co erwünscht und erlaubt!" Da ich den Ausdruck "in der Regel" nutze, komme ich nun zu ein paar Ausnahmen der Regel. Dies sollte keine ausführliche Aufzählung sein und ist auch keine Rechtsberatung! Ich möchte nur ein paar "Fallstricke" erläutern, die gerne "übersehen" werden, teils aus Unkenntnis, oder auch weil Teilen auf "gutem Willen" basiert, man möchte ja dem Ersteller eines Inhaltes, zB einem Blogger, Schriftsteller, Fotografen usw, zu mehr Reichweite verhelfen.

  • Foto(s) von einem Fotografen teilen: Wer lässt sich nicht von schönen Bildern beeindrucken und teilt einen Link auf Facebook zur Webseite eines Fotografen. Dies stellt kein Problem dar! Allerdings; einen Link auf Facebook einfügen hat zur Folge, dass "Facebook" die Zielseite scannt, und automatisch ein Bild zu dieser Seite als Beitragsbild vorschlägt - das sieht dann in etwa so aus:
    Facebook-Screenshot Das ist soweit ja scheinbar ganz in Ordnung: Das von mit benutzte Logo-Bild ist ein Stock-Foto von pixabay.com und darf gewerblich genutzt werden. Nun stellt sich die bei Fotografen oder auch in Blogs und Unternehmens-Webseiten die Rechte-Frage nach Bildern und Videos! Bei beiden ist die Rechtslage klar: Ein Foto, Video hat ausreichend "Schöpfungshöhe" um vom Urheberrecht abgedeckt zu sein. Also jeder noch so verwackelter Schnappschuss oder unscharfes Handy-Video ist erst einmal urheberrechtlich geschützt. Auch wenn Fotos und Filme lange nicht mehr den Aufwand und die Kosten verlangen, wie noch zu deren Anfangszeiten, so hat sich das Urheberrecht hier nicht verändert.
    Man sollte also aufpassen, was man wie und wo teilt. Nackte Verlinkungen sind kein Problem, da mit einem Link alleine keine Inhalte übermittelt werden. Und auch hier gibt es Ausnahmen, aber dazu später mehr.
    Fazit: Facebook-Inhalte teilen ist an sich kein Problem. Wir dürfen dort gerne den "Gefällt mir"-Button drücken und kräftig Teilen.
  • Facebook-Inhalte herunterladen und damit neue Beiträge erstellen und zum Teilen auffordern. Das ist ein weit verbreiteter Sport. Sehr unsportlich ist es dagegen auch. Gerne sieht man das mit Fahndungsfotos oder Fotos von kranken Kindern respektive Tieren! Nun ja, ganz nüchtern, das ist verboten! Und das sogar in mehr als nur einer Hinsicht.
    • Fahndungsaufrufe:
      Das darf nur die Polizei (Ermittlungsbehörden). Punkt aus. Teilen natürlich erwünscht. Private Fahndungsaufrufe sind verboten. Punkt doppelaus! Gerne laden sich ein paar schlaue Füchse Fahndungsfotos von öffentlichen Stellen herunter und posten die neu, meist mit aufrührerischen Texten. Diese Menschen sind bloß geil auf "shares" und "likes". Das kann aber unter Umständen teuer werden und in schweren Fällen die Freiheit kosten. Hier zu kann ich nur diesen Artikel empfehlen - zum Lesen selbstverständlich.
      Übrigens: wenn die Fahndung der Polizei erfolgreich war, löschen diese ihren Facebook-Artikel. Und gleichzeitig verschwinden dann ALLE "shares" und "likes". Das bedeutet das Foto des Verdächtigen usw VERSCHWINDEN aus Facebook. Ist ja auch gut so, da erledigt. Private Fahndungsaufrufe werden oft nach Monaten oder Jahren wieder aufgewärmt.
    • Kranke oder geschundene Kinderfotos verbreiten:
      Verboten! Punkt aus. Gerne werden solche Inhalte immer wieder geteilt. Dies meist aus niederen Beweggründen. Diese Masche gibt es oft auch bei kranken oder geschunden Tieren. Likes und Shares sind Bares wert, wie dieser neuere Fall mal wieder gezeigt hat. Aber zurück zum Teilen der Kinderfotos. Alleine aus Urheberrechtlicher Sicht ist das Veröffentlichen solcher Fotos fragwürdig. Das Recht am eigenen Bild gilt auch für Kinder! Auch wenn diese sich schwer gegen Missbrauch wehren können. Und dann bleibt noch das Recht des Fotografen am Bild selbst. Meist sind diese Fotos geklaut und aus dem Zusammenhang gerissen.
      Und Spenden tut Facebook keinen Cent, in keiner Währung der Welt, wenn solche Fotos geteilt werden. Und wenn Du dieses Foto nicht teilst, oder die WhatsApp-Nachricht NICHT an zehn Kontakte weiterleitest, wird Dir nichts Schlimmes passieren. Beim Nichtteilen wirst Du nur ein gutes Gewissen erhalten, wenigstens Deinen Zweig des Kettenbriefs unterbrochen zu haben. Des Weiteren solltest Du Dir gleichzeitig ein paar Gedanken über deine Freundesliste machen.
  • Copy & Paste ist eigentlich immer verboten. Es mag Ausnahmen geben, aber prinzipiell sollte man dies lassen. Ein sauberer Link zu dem Inhalt ist Sinn und Zweck des Internets. Also keine Bilder auf den PC runter- und dann irgendwo wieder hochladen. Auch das Einbinden von Bildern aus fremden Quellen kann sehr problematisch sein. Seiten wie flickr.de stellen diese Möglichkeiten zur Verfügung, da dies für solche Webseiten eine Werbeart ist. Diesem Verhalten stimmt ein Nutzer beim Hochladen der Bilder ja auch zu. Ein Foto von Flickr herunterladen und irgendwo anders wieder einführen ist natürlich verboten.
    Das gilt auch für Videos! Ein YouTube-Video Verlinken oder Einbinden ist erlaubt. Das Video aber auf dem PC zwischenspeichern und an anderer Stelle, oder sogar auf YouTube wieder hochladen ist dagegen schon geklaut. Dies gilt für alle Plattformen, auf denen Medien geteilt werden.
  • Fremde Texte:
    Immer wieder ein großes Thema. Auch hier verweise ich wieder auf die "Schöpfungshöhe"! Ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte erreicht in der Regel diese Schöpfungshöhe. Wobei man beachten muss, dass wie in der Musik (Noten und Texte) eine Art "Verfallsdatum" auf dem Urheberrecht steht. In Deutschland sind es 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Einen Goethe oder Schiller sollte man getrost "zitieren" dürfen. Wobei, "zitieren" ist ein ganz anders Thema. "Zitieren" ist nicht gleichzusetzen mit "Zitate". Zitate und Sprichwörter kenne und nutzen wir alle mal. In Internet sollte man, soweit möglich, auf die Quelle Verlinken. Allerdings sehe ich das pragmatisch: "Allea act est" oder "Panem et Circenses", wen juckt es ob das nun von Julius Caesar oder sonst einem römischen Zeitgenossen (wobei das Zweite vom Dichter Juvenal) stammt. Bei bekannteren Persönlichkeiten aus der "jüngeren" Vergangenheit reicht (meiner Meinung nach) der Name des Zitierten: Gott würfelt nicht - Albert Einstein. Wobei, bei neueren Zitaten von weniger bekannteren Mitmenschen nutze ich dann doch die Linkfunktion, wenn dann etwas Online zu finden ist. Beispielzitat: Es gibt zwei Kategorien von Tieren: Die eine glaubt, dass es zwei Kategorien von Tieren gibt, und die andere hat darunter zu leiden. [...] Richard David Precht in "Tiere Denken" (Werbelink). Wobei, Achtung, ich zitiere (!) hier aus dem Buch, erster Satz im ersten Absatz des Kapitels "Einleitung". Ob es sich zu einem "Precht-Zitat" entwickelt, sei erst einmal dahin gestellt. Dieser Satz wird allerdings bereits in so mancher Rezension benutzt.
    Zitieren, auch längere Passagen, aus einem Text sind in der Regel erlaubt. Allerdings nur mit einem eindeutigen Verweis auf die Quelle! - Wobei ein ganzes Gedicht nicht mehr "zitieren" ist. Hie kann es teuer werden. (Siehe auch: Abmahnung: 600 Euro Schadensersatz für ein Adventsgedicht?)

  • Verlinken auf "fremde" Seiten:
    Gerne setzen wir Links zu Seiten, die uns gefallen oder wo ein interessanter Artikel steht. Aber jetzt wird es gruselig: Wer jenen langen Artikel nicht lesen möchte, hier superkurz ein Wort dazu. Links auf fremde Seiten mit Urheberrechtsverletzungen oder (das ist klar) rechtswidrigen Inhalten, können abgemahnt werden. Das ganze ist etwas komplexer und bezieht sich auch auf den Hintergrund der "Gewinnabsicht". Also kommerzielle Absichten. Niemand sollte jetzt Angst haben, irgendwo hin zu Verlinken. Nach und nach werden die Links überprüft, da von Moderatoren auch gelesen wird. Und im Zweifel machen wir die weg. Aber es ist ein interessanter Punkt den zu wissen sich lohnt.
  • Rechtswidrige Inhalte in Foren:
    Auch hier wird es gruselig, (muttDunichtlesen) aber keine Angst, ich mache mir deswegen keine schlaflosen Nächte. Ihr solltet es auch nicht. Nur, wer Beiträge "melden" kann hier im Forum, sollte das im Zweifel tun. Wir werden das dann schnellst möglichst prüfen um entscheiden zu können ob etwas und was genau zu tun ist. So manches wurde schon hier entfernt.

Fazit: Für den normalen Verlauf eines Tages in einem Forum oder in unseren "Social Networks" braucht man keine Angst haben, das Internet entsprechend seinen Möglichkeiten zu nutzen. Viele Webseiten, die nicht möchten, dass ihre Fotos anderswo eingebunden werden, wie zB auf Facebook oder in Blogs und Foren, haben dementsprechend Vorkehrungen getroffen. Dies lässt sich technisch recht simpel umsetzen. Manche Webseiten bieten sogar für die "Social Networks" explizit ein Foto an, was dann automatisch von denen genutzt wird.

Ein Link zu einer Firma auf Facebook dürfte auch kein Thema sein. Es ist keine Schleichwerbung, und wegen des Firmenlogos sollte man sich keine Gedanken machen. Ich denke nicht (meine Meinung), dass ein Restaurant etwas dagegen hat, wenn ihr Name und Logo mit einem Kommentar à la "Gut gegessen heute Abend" auf Facebook erscheint.

Weitere Fragen zum Thema gerne wieder im entsprechenden Forum. Wer mit irgendetwas am Zweifeln ist, ob man etwas darf oder nicht, einfach Fragen. Ich weiß zumeist wo ich die richtigen Antworten finden kann. Und sollte ich was vergessen - einfach darauf hinweisen! Ich kümmere mich dann schnellstens drum.

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